KI-Technik verständlich: eigenes Modell, MCP und gute Prompts
Wer KI in der Vergabestelle einführt, hört schnell Begriffe wie Modell, Schnittstelle, MCP oder Prompt. Dieser Beitrag erklärt sie ohne Fachjargon und zeigt, was davon in Digitale-Vergabe.DE heute geht und was nicht.
Modell, Anbieter, Werkzeug
Drei Begriffe werden oft vermischt:
- Modell: das Sprachmodell selbst, also das Programm, das aus einer Eingabe Text erzeugt. Beispiele sind Claude, GPT oder Mistral Large.
- Anbieter: die Firma, die das Modell über eine Schnittstelle bereitstellt, mit eigenen Bedingungen zu Datenschutz, Speicherung und Training.
- Werkzeug: die Anwendung, in der Sie arbeiten. Sie entscheidet, welche Daten an das Modell gehen, welche Anweisungen es bekommt und was mit der Antwort passiert.
Für die Vergabestelle ist das Werkzeug der wichtigste Teil. Hier liegen die Grenzen: ob die KI nur einen Entwurf schreibt oder Felder direkt füllt, ob ihre Antwort Quellen nennt, ob sie Angebote sehen darf.
Was „eigenes Modell“ heißt
Ein eigenes Modell betreibt Ihr Haus oder Ihr IT-Dienstleister selbst, etwa im eigenen Rechenzentrum. Die Anfragen verlassen dann nicht Ihre Umgebung. Dafür tragen Sie Betrieb, Rechenleistung und Aktualisierung selbst. Offene Modelle sind oft kleiner als die großen Modelle der Anbieter. Ob sie für eine Aufgabe reichen, zeigt nur ein Test mit echten Aufgaben.
In Digitale-Vergabe.DE
Die Leitung eines Hauses kann neben Claude, GPT und Mistral ein eigenes, selbst betriebenes Modell einbinden, sofern es eine OpenAI-kompatible Schnittstelle bereitstellt. Dann gehen die KI-Anfragen des Hauses an dieses Modell. Diese Einbindung und den Betrieb der Anwendung in Ihrer eigenen Umgebung bieten wir auf Anfrage an, als Projekt eingerichtet und einzeln berechnet. Beides besprechen wir im Einzelfall.
Schnittstellen und der Standard MCP
Eine Schnittstelle (API) erlaubt es einem Programm, Daten eines anderen Programms zu lesen oder Aktionen auszulösen. Für KI-Anwendungen gibt es dafür einen offenen Standard: das Model Context Protocol, kurz MCP. Die offizielle Dokumentation beschreibt es als Standard, um KI-Anwendungen mit externen Systemen zu verbinden, etwa mit Dateien, Datenbanken oder Werkzeugen. Ein Vergleich, den die Dokumentation selbst zieht: MCP ist für KI-Anwendungen, was ein USB-C-Anschluss für Geräte ist.
Für eine Vergabestelle heißt das: Ein KI-Assistent könnte über MCP zum Beispiel in einem Aktensystem nachsehen. Das ist praktisch und verlangt klare Regeln, welche Daten ein Assistent lesen darf und welche Aktionen er auslösen darf.
In Digitale-Vergabe.DE
Einen MCP-Server bieten wir heute nicht an. Es gibt eine Lese-Schnittstelle mit Schlüsseln, die die Leitung eines Hauses anlegt und widerruft. Ein Schlüssel liest nur, und nur die Daten seines Hauses. Dazu kommen Webhooks, die bei festen Ereignissen eine kleine, signierte Nachricht ohne Dokumentinhalte an eine Adresse Ihres Hauses schicken, und ein Aktenexport für Ihr Dokumentenmanagement.
Prompts, die in der Vergabestelle funktionieren
Ein Prompt ist die Anweisung an das Modell. Je klarer sie ist, desto brauchbarer der Entwurf. Fünf Regeln aus der Praxis:
- Aufgabe und Ergebnis nennen: „Schreibe eine technische Leistungsbeschreibung für die Wartung von 40 Druckern, gegliedert in Ausgangslage, Leistungsumfang, Service-Level und Mengengerüst.“
- Kontext mitgeben: Bestand, Mengen, Standorte, Betriebszeiten. Was das Modell nicht weiß, erfindet es sonst.
- Lücken sichtbar machen: „Wo Angaben fehlen, setze einen Platzhalter in eckigen Klammern.“ So fällt auf, was noch zu klären ist.
- Quellen verlangen: „Nenne zu jeder Norm die Fundstelle.“ Dann lässt sich jede Aussage gegenlesen.
- Technisch bleiben: Bitten Sie um technische Inhalte, nicht um eine rechtliche Einschätzung Ihres Falls. Ob eine Frist reicht oder eine Verfahrensart passt, entscheidet Ihre Vergabestelle, bei Bedarf mit ihrer Vergabekanzlei.
Was nicht in einen Prompt gehört: Angebote, Preise und Geschäftsgeheimnisse von Unternehmen, Gesundheitsdaten und andere besonders schützenswerte Angaben, jedenfalls nicht in Dienste ohne geregelte Bedingungen.
Prompts im Werkzeug statt im leeren Chat
Viele dieser Regeln stecken in guten Werkzeugen schon drin. Im Vergabe-Nerd wählen Sie zum Beispiel eine Arbeitsweise: „Sparring“ hinterfragt Ihre Annahmen, „Erklären“ erklärt Begriffe und Regeln allgemein, „Gegenlesen“ sucht technische Lücken auf der Seite, die Sie gerade bearbeiten. Die Entwurfswerkzeuge fragen die nötigen Angaben gezielt ab und setzen Platzhalter, wo etwas fehlt.
Fundstellen und Quellen
- Model Context Protocol, offizielle Dokumentation: What is MCP?
- Sicherheit, Hosting und KI: Anbieter, Modelle je Werkzeug, Betrieb und eigene Modelle
- Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Artikel 50: Transparenzpflichten und Kennzeichnung von KI-Ausgaben
- Bundesamt fuer Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): Kuenstliche Intelligenz, Empfehlungen zum sicheren Einsatz
Alle Quellen aufgerufen und gegengelesen am 29.10.2026.
Dieser Beitrag erklärt Technik allgemein und beschreibt Digitale-Vergabe.DE mit Stand 29.10.2026. Welche Werkzeuge und Daten Ihr Haus zulässt, legt Ihr Haus fest.


