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Vergabe von A bis Z

Begriffe der öffentlichen Vergabe, kurz erklärt und mit Fundstelle im amtlichen Text.

Stand: 29.10.2026

Das Glossar erklärt Begriffe der öffentlichen Vergabe kurz und mit Fundstelle im amtlichen Text. Es ist nach Bereichen geordnet: Planung und Bedarf, Unterlagen, Verfahrensarten, Bekanntmachung, Bieter und Kommunikation, Angebote und Öffnung, Eignung und Zuschlag, Vertrag, Recht und Gremien sowie Technik.

A

  • AngebotsfristDie Angebotsfrist ist die Frist für den Eingang der Angebote.
  • AngebotsöffnungDie Angebotsöffnung ist der Schritt, in dem der Auftraggeber die eingegangenen Angebote nach Ablauf der Angebotsfrist öffnet.
  • AufhebungMit der Aufhebung beendet der Auftraggeber ein Vergabeverfahren ganz oder teilweise, ohne den Zuschlag zu erteilen.
  • AufklärungAufklärung bedeutet, dass der Auftraggeber von einem Bieter Erläuterungen zu seinem Angebot oder zu seiner Eignung verlangt.
  • AuftragsänderungEine Auftragsänderung ist eine Änderung eines bereits vergebenen öffentlichen Auftrags während der Vertragslaufzeit, etwa beim Umfang, beim Preis oder beim Auftragnehmer.
  • AuftragsbekanntmachungMit der Auftragsbekanntmachung teilt der Auftraggeber öffentlich mit, dass er einen Auftrag vergeben oder eine Rahmenvereinbarung abschließen will.
  • AuftragswertDer Auftragswert ist der geschätzte Gesamtwert einer Beschaffung ohne Umsatzsteuer.
  • AusschlussgründeAusschlussgründe sind Umstände, wegen derer ein Unternehmen von einem Vergabeverfahren ausgeschlossen wird oder werden kann.

B

  • BedarfsermittlungDie Bedarfsermittlung klärt vor einem Vergabeverfahren, was eine Stelle tatsächlich braucht: welche Leistung, in welcher Menge, ab wann und mit welchen Anforderungen.
  • BeschafferprofilEin Beschafferprofil ist ein Internetauftritt, auf dem ein Auftraggeber über seine Beschaffungen informiert: geplante und laufende Verfahren, vergebene Aufträge, …
  • Beschränkte AusschreibungAufforderung ausgewählter Unternehmen, mit oder ohne Teilnahmewettbewerb.
  • BewerberBewerber ist ein Unternehmen, das sich in einem Verfahren mit Teilnahmewettbewerb um die Teilnahme bewirbt oder zur Teilnahme aufgefordert wurde.
  • BewertungsmatrixBewertungsmatrix ist kein Begriff aus GWB, VgV oder UVgO.
  • BieterBieter ist ein Unternehmen, das in einem Vergabeverfahren ein Angebot abgegeben hat.
  • BieterfrageEine Bieterfrage ist eine Frage eines Unternehmens zu den Vergabeunterlagen während der Angebotsphase, etwa zu Mengen, technischen Anforderungen oder Formblättern.
  • BietergemeinschaftEine Bietergemeinschaft ist ein Zusammenschluss mehrerer Unternehmen, die gemeinsam ein Angebot abgeben und den Auftrag gemeinsam ausführen wollen.
  • BindefristDie Bindefrist ist der Zeitraum, in dem ein Bieter an sein Angebot gebunden ist.

C

  • CPV-CodeCPV steht für Common Procurement Vocabulary, auf Deutsch Gemeinsames Vokabular für öffentliche Aufträge.

D

  • Datenservice Öffentlicher EinkaufDer Datenservice Öffentlicher Einkauf ist die zentrale Stelle, über die öffentliche Auftraggeber in Deutschland ihre EU-Bekanntmachungen übermitteln.
  • DirektauftragKleine Aufträge ohne Vergabeverfahren.
  • Dynamisches BeschaffungssystemEin dynamisches Beschaffungssystem ist ein rein elektronisches, zeitlich befristetes Verfahren für marktübliche Leistungen.

E

  • E-RechnungEine elektronische Rechnung, kurz E-Rechnung, ist eine Rechnung in einem strukturierten elektronischen Format, das eine automatische und elektronische Verarbeitung …
  • E-VergabeE-Vergabe ist der verbreitete Name für Vergabeverfahren, die elektronisch ablaufen: von der Bekanntmachung über den Abruf der Unterlagen und Bieterfragen bis zur …
  • eFormseForms ist der EU-weite Standard für elektronische Bekanntmachungen im öffentlichen Auftragswesen.
  • EignungEignung bedeutet, dass ein Unternehmen fachkundig und leistungsfähig ist und nicht ausgeschlossen wurde.
  • EignungskriterienEignungskriterien sind die Anforderungen, an denen der Auftraggeber misst, ob ein Unternehmen den Auftrag ordnungsgemäß ausführen kann.
  • EignungsleiheEignungsleihe bedeutet, dass ein Bewerber oder Bieter für einen bestimmten Auftrag die Kapazitäten anderer Unternehmen in Anspruch nimmt, um Eignungskriterien zu …
  • Einheitliche Europäische Eigenerklärung (EEE)Die Einheitliche Europäische Eigenerklärung, kurz EEE, ist ein EU-weit einheitliches Formular.
  • Elektronische AuktionEine elektronische Auktion ist ein Verfahrensschritt, in dem Bieter ihre Angebote online schrittweise verbessern, beim Preis oder bei anderen messbaren Angebotswerten.
  • Elektronische MittelElektronische Mittel sind nach § 9 Abs.
  • Elektronische SignaturEine elektronische Signatur besteht aus Daten, die einem elektronischen Dokument beigefügt werden und mit denen jemand unterzeichnet.
  • Europaweite AusschreibungEuropaweite Ausschreibung ist der verbreitete Name für ein Vergabeverfahren nach Teil 4 des GWB, also oberhalb der EU-Schwellenwerte.
  • EVB-ITEVB-IT steht für Ergänzende Vertragsbedingungen für die Beschaffung von IT-Leistungen.
  • Ex-ante-TransparenzEx-ante-Transparenz heißt: Der Auftraggeber macht vor dem Vertragsschluss öffentlich bekannt, dass er einen Auftrag ohne vorherige Bekanntmachung im Amtsblatt der …

F

  • Freihändige VergabeBei einer Freihändigen Vergabe vergibt der Auftraggeber einen Auftrag in einem vereinfachten Verfahren, ohne Öffentliche oder Beschränkte Ausschreibung.
  • Funktionale LeistungsbeschreibungEine funktionale Leistungsbeschreibung beschreibt das Ziel und die Anforderungen an das Ergebnis, nicht den Weg dorthin.

G

  • GAEBGAEB steht für den Gemeinsamen Ausschuss Elektronik im Bauwesen.
  • GütezeichenEin Gütezeichen ist eine Bescheinigung, dass ein Produkt, eine Dienstleistung oder ein Verfahren bestimmte Anforderungen erfüllt, zum Beispiel ein Umweltzeichen.
  • GWB, Teil 4Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen, Vergaberecht.

I

  • InformationspflichtDie Informationspflicht verpflichtet öffentliche Auftraggeber, Bieter, die den Zuschlag nicht erhalten sollen, vor dem Vertragsschluss zu informieren.
  • Inhouse-VergabeInhouse-Vergabe ist kein Begriff aus dem Gesetz.
  • InnovationspartnerschaftEntwicklung und Erwerb neuer Leistungen.
  • InteressenkonfliktEin Interessenkonflikt besteht, wenn eine Person Einfluss auf ein Vergabeverfahren hat und ein eigenes Interesse am Ergebnis haben könnte.

K

  • KonzessionEine Konzession ist ein entgeltlicher Vertrag, mit dem ein Konzessionsgeber ein Unternehmen mit Bauleistungen oder mit der Erbringung und Verwaltung von …
  • Kündigung öffentlicher Aufträge§ 133 GWB gibt öffentlichen Auftraggebern in drei besonderen Fällen das Recht, einen öffentlichen Auftrag während der Vertragslaufzeit zu kündigen.

L

  • LeistungsbeschreibungDie Leistungsbeschreibung legt fest, was beschafft werden soll.
  • LeistungsverzeichnisEin Leistungsverzeichnis, kurz LV, gliedert die Leistung in einzelne Positionen mit Menge, Einheit und Beschreibung.
  • Leitweg-IDDie Leitweg-ID, ausgeschrieben Leitweg-Identifikationsnummer, ist eine Kennung, mit der eine elektronische Rechnung der richtigen Stelle beim öffentlichen …
  • LosEin Los ist ein Teil eines Auftrags, der getrennt vergeben wird.

M

  • MarkterkundungEine Markterkundung ist ein Blick in den Markt vor dem eigentlichen Vergabeverfahren.

N

  • NachforderungNachforderung bedeutet, dass der Auftraggeber einen Bewerber oder Bieter auffordert, fehlende Unterlagen zu übermitteln oder unvollständige oder fehlerhafte …
  • NachprüfungsverfahrenDas Nachprüfungsverfahren ist das Verfahren vor der Vergabekammer, in dem geprüft wird, ob ein Unternehmen durch die Nichtbeachtung von Vergabevorschriften in …
  • NebenangebotEin Nebenangebot weicht vom ausgeschriebenen Leistungsinhalt ab und bietet eine andere Lösung an, etwa eine andere Technik oder ein anderes Material.
  • Nicht offenes VerfahrenZweistufig mit Teilnahmewettbewerb, ohne Verhandlung.

O

P

  • PräqualifikationPräqualifikation bedeutet, dass ein Unternehmen seine Eignung vorab und unabhängig von einem bestimmten Auftrag in einem amtlichen Verzeichnis oder …
  • PreisspiegelEin Preisspiegel ist eine Gegenüberstellung der Preise aus mehreren Angeboten, zum Beispiel je Position eines Leistungsverzeichnisses und als Gesamtsumme.
  • ProduktneutralitätProduktneutralität bedeutet: Die Leistungsbeschreibung verweist nicht auf bestimmte Marken, Hersteller, Typen oder Verfahren, wenn das einzelne Unternehmen oder …

R

  • RahmenvereinbarungBedingungen für spätere Einzelaufträge.
  • RügeMit einer Rüge teilt ein Unternehmen dem Auftraggeber mit, dass es einen Verstoß gegen Vergabevorschriften sieht.

S

  • SchwellenwertEin Schwellenwert ist eine Wertgrenze aus dem EU-Recht.
  • SektorenauftraggeberSektorenauftraggeber sind Auftraggeber, die eine Sektorentätigkeit ausüben.
  • SelbstreinigungSelbstreinigung bedeutet, dass ein Unternehmen, bei dem ein Ausschlussgrund vorliegt, nachweist, dass es den Schaden ausgeglichen, den Sachverhalt aufgeklärt und …

T

  • Technische SpezifikationEine technische Spezifikation legt Merkmale eines Produkts oder einer Dienstleistung fest, etwa Qualität, Leistung, Sicherheit, Abmessungen oder Prüfverfahren.
  • TEDTED steht für Tenders Electronic Daily.
  • TeilnahmefristDie Teilnahmefrist ist die Frist für den Eingang der Teilnahmeanträge.
  • TeilnahmewettbewerbDer Teilnahmewettbewerb ist die erste Stufe eines zweistufigen Verfahrens.
  • TextformTextform ist eine Formvorschrift aus dem BGB.

U

  • Ungewöhnlich niedriges AngebotEin Angebot ist ungewöhnlich niedrig im Sinne von § 60 VgV, wenn Preis oder Kosten im Verhältnis zur Leistung ungewöhnlich niedrig erscheinen.
  • UnterauftragEin Unterauftrag liegt vor, wenn der Auftragnehmer einen Teil der Leistung an ein anderes Unternehmen weitergibt.
  • UnterschwellenvergabeUnterschwellenvergabe meint Vergaben, deren geschätzter Auftragswert unter den EU-Schwellenwerten liegt.
  • UVgOUnterschwellenvergabeordnung im Überblick.

V

  • VergabebekanntmachungDie Vergabebekanntmachung informiert nach Abschluss eines Verfahrens über das Ergebnis, also über den vergebenen Auftrag.
  • VergabegrundsätzeVergabegrundsätze sind die allgemeinen Regeln, die jedes Vergabeverfahren prägen.
  • VergabekammerVergabekammern sind die Stellen, die die Vergabe öffentlicher Aufträge und Konzessionen im Anwendungsbereich des Teils 4 des GWB auf Antrag nachprüfen.
  • VergabestatistikDie Vergabestatistik ist eine bundesweite Statistik über vergebene öffentliche Aufträge und Konzessionen.
  • VergabestelleVergabestelle nennt man die Organisationseinheit, die für einen öffentlichen Auftraggeber Vergabeverfahren vorbereitet und durchführt.
  • VergabeunterlagenDie Vergabeunterlagen sind alle Unterlagen, die ein Unternehmen braucht, um über die Teilnahme zu entscheiden und ein Angebot zu erstellen.
  • VergabevermerkDer Vergabevermerk ist ein Vermerk in Textform, den der öffentliche Auftraggeber über jedes Vergabeverfahren anfertigt.
  • VerhandlungsverfahrenVerhandlung über Angebote, mit oder ohne Teilnahmewettbewerb.
  • VerhandlungsvergabeVerfahren mit Verhandlungen nach UVgO.
  • VgVVergabeverordnung im Überblick.
  • VOB/AVergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen, Teil A.
  • VorbefassungVorbefassung liegt vor, wenn ein Unternehmen den Auftraggeber vor dem Verfahren beraten hat oder auf andere Weise an der Vorbereitung beteiligt war.
  • VorinformationMit einer Vorinformation kündigt ein Auftraggeber eine geplante Vergabe an, bevor die eigentliche Auftragsbekanntmachung folgt.

W

X

  • XRechnungXRechnung ist ein Datenaustauschstandard für elektronische Rechnungen.

Z

  • ZeitstempelEin elektronischer Zeitstempel verknüpft Daten mit einem bestimmten Zeitpunkt und belegt so, dass die Daten zu diesem Zeitpunkt vorhanden waren.
  • Zentrale BeschaffungsstelleEine zentrale Beschaffungsstelle ist ein öffentlicher Auftraggeber, der dauerhaft für andere öffentliche Auftraggeber einkauft, Aufträge vergibt oder …
  • ZuschlagDer Zuschlag ist die Entscheidung des Auftraggebers, ein bestimmtes Angebot anzunehmen.
  • ZuschlagskriterienZuschlagskriterien sind die Maßstäbe, nach denen der Auftraggeber das wirtschaftlichste Angebot ermittelt.

Begriffe zur Bedienung der Anwendung, etwa Akte, Schritt oder Freischaltcode, erklärt das Hilfe-Center unter Begriffe im Tool.

Diese Seite erklärt Regeln allgemein. Welche Vorschrift für ein Verfahren gilt und was daraus folgt, entscheidet die Vergabestelle, bei Bedarf mit ihrer Vergabekanzlei.

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